Dem-Schmerz-Gewachsen
„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
Episodes

2 hours ago
Kann man Schmerz neu einordnen?
2 hours ago
2 hours ago
13 min
Schmerzumbewertung, im englischen Original Pain Reprocessing Therapy, setzt an einer Stelle an, die leicht übersehen wird: an dem, was man aus einer Schmerzempfindung schließt. Wer lange Schmerzen hat, wird vorsichtig, und daraus kann ein Kreislauf aus Schmerz, Sorge und wachsender Empfindlichkeit werden.
Diese Folge erklärt die Idee dahinter. Die Empfindung wird nicht kleingeredet, sondern anders eingeordnet: nicht mehr automatisch als Zeichen, dass gerade Gewebe geschädigt wird, sondern als Meldung eines empfindlich gewordenen Nervensystems. Dazu gehören zwei Abgrenzungen: Das ist kein positives Denken, und es heißt nicht, der Schmerz sei psychisch.
Im Fokus steht der Blick auf die Daten: warum eine sehr große Zahl aus günstigen Bedingungen stammt, warum die kleinere aus dem faireren Vergleich kommt und warum die noch fehlende Vollpublikation genau dieser Untersuchung die Aussage begrenzt. Dazu die Wege, die in Deutschland verfügbar und gut untersucht sind: psychologische Schmerztherapie, meist als Verhaltenstherapie oder als Akzeptanz- und Commitment-Therapie (auch als App auf Rezept), achtsamkeitsbasierte Programme und bei starker Beeinträchtigung die multimodale Schmerztherapie.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist und die verstehen möchten, woran dieser Ansatz hängt.
Wenn der Ansatz nicht anschlägt, sagt das nichts über den Menschen und nichts darüber, ob ein anderer Weg trägt.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung der Datenlage folgt der Literatur.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Die Idee. Was dazu untersucht ist. Warum eine Erklärung allein nicht reicht. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/
2 hours ago
13 min

Sep 22, 2026
Biopsychosozial: was belegt ist und was fehlt
Sep 22, 2026
Sep 22, 2026
11 min
Biopsychosozial ist eines der meistgesagten Wörter der Schmerzmedizin. Gemeint ist, dass an einem anhaltenden Schmerz Körper, Erleben und Lebensumstände zugleich beteiligt sind. Diese Folge fragt, was daran belegt ist und was in der Praxis daraus geworden ist.
Der Kern des Modells trägt: Schmerz lässt sich nicht am Gewebe ablesen, und wie jemand seinen Schmerz einordnet, ist einer von mehreren Faktoren, die den weiteren Verlauf beeinflussen. Auf diesem Rahmen bauen konkrete Behandlungen auf, die zu den am besten untersuchten des Fachs gehören. Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, psychologische Verfahren mit eigenständiger Wirkung, und eine Behandlung, die sich am vorab eingeschätzten Risiko orientiert.
Offen bleibt die Gewichtung. Das Modell benennt drei Ebenen, es sagt aber nicht, wann welche führt. Diese Lücke wird in der Praxis häufig mit dem gefüllt, was ohnehin getan wird, die soziale Ebene fällt dabei zuerst aus, und im ungünstigsten Fall wird aus einem fehlenden körperlichen Befund eine psychische Erklärung. Die Folge endet deshalb mit drei Fragen, mit denen Sie im Gespräch prüfen können, ob aus dem Etikett eine Entscheidung geworden ist.
Für alle, die den Begriff schon oft gehört haben, ohne dass er ihnen etwas gesagt hätte.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung angezeigt ist: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Kapitel dieser Folge: Was das Modell behauptet. Was daraus geworden ist. Wo es offen bleibt. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/grundlagen/schmerzmodelle/
Sep 22, 2026
11 min

Sep 15, 2026
Sep 15, 2026
12 min
Wer nach einer schmerzhaften Bewegung vorsichtiger wird, macht nichts falsch. Das ist eine eingebaute Schutzreaktion und kein persönliches Versagen. Diese Folge ordnet ein, was daraus über Monate und Jahre werden kann, und warum das für chronisch Betroffene ein Thema ist, obwohl es den Verlauf nicht vorhersagt.
Wir schauen darauf, wie der Kreislauf funktioniert: Schmerz löst Sorge und Aufmerksamkeit aus, das Nervensystem kann empfindlicher eingestellt bleiben, und daraus folgt mehr Schmerz. Im Fokus steht dabei eine genaue Einordnung der Forschungslage. Die Angst vor Bewegung sagt im Fenster von etwa der vierten Woche bis zum dritten Monat voraus, ob jemand an seinen Arbeitsplatz zurückfindet; bei bereits chronischem Schmerz sagen solche Überzeugungen den weiteren Verlauf überwiegend nicht mehr voraus. Der Satz, die Schmerzen kämen von der Angst, ist ausdrücklich nicht die Aussage dieser Folge. Der Schmerz ist real, unabhängig davon, was jemand darüber denkt.
Außerdem geht es darum, wie der Handlungsraum schrumpft, vom Bücken über das Heben und den Einkauf bis zur abgesagten Verabredung, und warum der Weg zur Beeinträchtigung im Alltag mindestens so viel über das kleiner gewordene Leben laufen dürfte wie über die verlorene Kraft; um die Frage, warum sich eine Befürchtung nicht von selbst korrigiert, wenn die Bewegung gar nicht mehr stattfindet; und um die Einschränkung, ohne die das alles gefährlich wäre: Daraus folgt kein Schonungsverbot. An schlechten Tagen bleibt Zurücknehmen richtig, und bei ausstrahlenden Schmerzen mit Kraftverlust, bei Warnzeichen oder während einer laufenden Abklärung ist Vorsicht sachgerecht.
Die Folge gehört zum Mechanik-Block der dritten Staffel und richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/warnzeichen/
Wege zurück in den Beruf, von der stufenweisen Wiedereingliederung bis zur Teilhabe: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/sozialmedizin-beruf/
Sep 15, 2026
12 min

Sep 8, 2026
Sep 8, 2026
13 min
Verschleiß der Bandscheiben im MRT, ein schmaler gewordener Gelenkspalt im Röntgenbild: Da ist etwas zu sehen, und damit scheint die Ursache gefunden. So eindeutig ist der Zusammenhang aber oft nicht. Der Befund stimmt fast immer. Als Erklärung für den Schmerz stimmt er oft nicht. Diese Folge zeigt, warum beides gleichzeitig wahr sein kann.
Im ersten Teil, welche Frage ein Bild am besten beantwortet, nämlich die nach Bruch, Entzündung, Tumor oder Druck auf das Rückenmark, und welche es nicht beantwortet. Daraus abgeleitet, wann ein Bild sinnvoll ist, welches Verfahren zu welcher Frage gehört und wann eine Wiederholung nichts Neues bringt. Und die Richtung, die im Alltag oft verkehrt herum läuft: Ein Befund bekommt seine Bedeutung erst dadurch, dass er zum Beschwerdebild passt.
Im zweiten Teil, was man findet, wenn man Menschen ohne Beschwerden untersucht: Verschleiß, vorstehende Bandscheiben, Knorpelschäden und Sehnenveränderungen, mit deutlicher Alterslogik. Bewusst ohne Prozentzahlen, weil die je nach Studie erheblich schwanken. Und die Zweiteilung, ohne die die Botschaft kippt: die häufigen Befunde, die wenig erklären, und die selteneren, die sehr wohl erklären.
Im dritten Teil die Sprache der Befunde. Warum diese Wörter fachlich richtig sind und trotzdem wie ein Schadensbericht klingen, und was die Forschung dazu wirklich hergibt: Belegt ist die Wirkung auf Überzeugungen und Behandlungswünsche, nicht die Wirkung auf den Schmerz selbst.
Zum Schluss zwei Fragen, die Sie im nächsten Gespräch stellen können.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist, und für Angehörige.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Welche Frage ein Bild beantwortet. Was man bei Menschen ohne Schmerzen findet. Die Sprache der Befunde. Zusammenfassung und Ausblick.
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Sep 8, 2026
13 min

Sep 1, 2026
Sep 1, 2026
15 min
Wer chronische Schmerzen hat, kennt das: Etwas Kleines passiert und der Schmerz, der danach kommt, steht in keinem Verhältnis zum Auslöser. Ein Vorgang, der dahinterstecken kann, heißt zentrale Sensibilisierung, und er gehört zu den Mechanismen, an denen sich die moderne Schmerzmedizin neu ausgerichtet hat.
Diese Folge erklärt ihn so, dass die Erklärung trägt: was sich im Rückenmark und im Gehirn verschiebt, und wie sich das im Alltag anfühlt, von der schmerzhaften Berührung über diffuse Schmerzbereiche bis zur Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm.
Drei Punkte stehen im Vordergrund. Erstens ist der Vorgang gut belegt, es gibt aber keinen Test, der ihn beim einzelnen Menschen misst. Zweitens heißt eine erhöhte Empfindlichkeit nicht, dass im Gewebe nichts ist: Häufig besteht eine Ursache fort und die Verstärkung kommt dazu. Und drittens ist das Nervensystem veränderbar, ohne dass sich seriös sagen ließe, wie weit und wie schnell.
Die Folge ist der dritte Baustein des Fundament-Blocks der Staffel und die Referenz für alle späteren Folgen, die auf Sensibilisierung verweisen.
Sep 1, 2026
15 min

Herzlich willkommen zu "Dem-Schmerz-Gewachsen", dem Podcast rund um das Thema Schmerz!
Mein Name ist Robert Bonnemann, Facharzt für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie.
In den folgenden Sendungen möchte ich mit Ihnen Tief in die Welt der Schmerzmedizin eintauchen.
Dabei werden wir nicht nur den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung beleuchten, sondern auch Beispiele und Erfahrungen aus der ambulanten und klinischen Patientenversorgung besprechen.

Weiterhin werden wir uns auch mit dem Einfluss des Lebensstils auf die Gesundheit, sowie alternativen Ansätzen wie der traditionellen chinesischen Medizin, naturheilkundlichen Verfahren und Osteopathie beschäftigen.
Die Grundlage des Podcasts wird dabei immer ein ganzheitliches Menschenbild sein, welches sowohl körperliche als auch seelische und soziale Aspekte von Schmerz und Gesundheit berücksichtigt.

Ein besseres Verständnis von Schmerzen und den ihren zugrunde-liegenden Mechanismen spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept einer erfolgreichen Schmerzbewältigung. Ich hoffe, mit diesem Podcast einen Beitrag dazu leisten zu können.
Egal, ob Sie selbst unter Schmerzen leiden, betroffene Angehörige haben, oder einfach nur mehr über effektive Schmerzbewältigung und einen gesunden Lebensstil erfahren möchten, dieser Podcast ist für Sie.

Weitere Informationen
Besuchen Sie mich auf Dem-Schmerz-Gewachsen.de für weitere Informationen.









