Dem-Schmerz-Gewachsen
„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
Episodes

5 hours ago
5 hours ago
16 min
Ob ein Vorgehen zu jemandem passt, ist mindestens so wichtig wie die Technik, auch wenn sich nicht vorhersagen lässt, wer profitiert. Diese Folge schließt die Staffel mit der Bilanz: Was kommt realistisch heraus, für wen passt es nicht, und was heißt es, wenn es nicht anschlägt?
Im ersten Teil die Beobachtungen, die zusammen für ein empfindlich gewordenes System sprechen, ausdrücklich als Gesprächsstoff und nicht als Selbsttest. Dazu der wichtigste Vorbehalt: Der Regelfall ist die Mischung. Ein empfindliches System und ein tatsächlicher Befund schließen sich nicht aus.
Im zweiten Teil die Situationen, in denen etwas anderes vorgeht: eine nicht abgeschlossene Abklärung, Warnzeichen oder fortschreitende Ausfälle, eine unbehandelte schwere Depression, nachwirkende belastende Erfahrungen ohne psychotherapeutische Begleitung, und ein laufendes Renten- oder Anerkennungsverfahren.
Im dritten Teil die Bilanz auf drei Achsen: Schmerzstärke, Beeinträchtigung, Angst. Warum sich die letzten beiden nach klinischem Eindruck oft zuerst bewegen, wie die Zahlen aus der Vergleichsuntersuchung einzuordnen sind, warum ihre vollständige Veröffentlichung noch aussteht, und wann die Richtung gewechselt wird.
Und die Wege, die in Deutschland verfügbar sind und mit denen zu beginnen dem Standard entspricht: psychologische Schmerztherapie, meist als Verhaltenstherapie, in einer neueren Form auch als Akzeptanz- und Commitment-Therapie mit App auf Rezept; achtsamkeitsbasierte Programme; multimodale Schmerztherapie bei starker Beeinträchtigung. Grundgedanken der Schmerzumbewertung stecken auch in diesen Wegen.
Dazu zwei Fragen an Ihre Behandler, mit denen sich prüfen lässt, ob eine Behandlung auf Sie zugeschnitten ist.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist.
Dass ein Verfahren bei jemandem nicht greift, sagt nichts über den Menschen und nichts darüber, ob ein anderes greift.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung folgt der Literatur.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Für wen der Ansatz infrage kommt. Wann etwas anderes vorgeht. Was am Ende dabei herauskommt. Zusammenfassung und Ausblick.
Mit dieser Folge endet Staffel 3. Im November geht es weiter, ab dann alle zwei Wochen mit einer neuen Folge.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/fuer-wen-es-passt/
5 hours ago
16 min

Oct 13, 2026
Oct 13, 2026
13 min
Eine Getränkekiste heben, eine Stunde im Auto sitzen, ein Treffen mit Freunden zusagen: Bei chronischen Schmerzen können solche Dinge nach und nach aus dem Alltag verschwinden. Diese Folge erklärt, wie der Kreis, in dem sich das Leben bewegt, wieder größer werden kann, und warum das an der Größe der Schritte hängt und nicht am Mut.
Der Ausgangspunkt: Vermeidung kann kurzfristig Schmerz verhindern oder verringern, und hält gerade dadurch die Befürchtung dahinter am Leben, weil die Erfahrung ausbleibt, dass das Befürchtete nicht eintritt. Daraus folgt kein „Sie müssen sich nur mehr bewegen". Bewegung ist eine von mehreren Stellschrauben, und an Tagen mit starken Schmerzen bleibt Schonung richtig.
Im Fokus steht das praktische Vorgehen: eine Liste dessen, was Sie meiden, sortiert nach dem Unbehagen beim Gedanken daran und nicht nach dem erwarteten Schmerz. Eine erste Stufe, die so klein ist, dass sie an einem durchschnittlichen Tag gelingt. Und die Frage, die danach zählt: Ist eingetreten, was Sie befürchtet hatten?
Macht eine Stufe mehr Schmerz als erwartet, nehmen Sie eine kleinere Variante. Das ist Dosierung und kein Versagen.
Enthalten ist außerdem die Abgrenzung zum Pacing aus Folge 02x18: Pacing regelt, wie viel Sie von etwas tun, die Annäherung holt zurück, was Sie meiden. Beides verträgt sich, mit zwei Unterschieden, die die Folge erklärt.
Nachtrag zu Folge 02x18 (Stand 12.10.2026): Dort hieß es, die Pacing-Menge nach ein bis zwei stabilen Wochen zu steigern. Der DSG-Standard ist inzwischen vorsichtiger: frühestens nach zwei bis drei Wochen ohne Verschlechterung am Folgetag. Beide Werte sind Faustregeln, keine Studienergebnisse. Ist es am Folgetag noch deutlich schlechter, lassen Sie das ärztlich abklären, bevor Sie weitermachen.
Zur Sicherheit: An Tagen mit starkem Schmerz wird keine Stufe angegangen. Ein bekanntes Ziehen, das stärker ist als sonst, ist kein Abbruchgrund, solange es im leichten bis mittleren Bereich bleibt; wird es stark, beenden Sie die Stufe für diesen Tag. Bleiben die Beschwerden über Stunden deutlich verstärkt, gehen Sie zu einer kleineren Variante zurück; sind sie am nächsten Tag noch deutlich stärker, lassen Sie das ärztlich abklären, bevor Sie weitermachen. Bei einschießendem Schmerz, neuer Taubheit, Kraftlosigkeit in Arm oder Bein, Schwindel oder deutlich andersartigen Beschwerden brechen Sie ab und lassen es ärztlich abklären, bei Zeichen eines Notfalls über den Notruf 112. Auch bei starker Angst oder belastenden Erinnerungen hören Sie auf.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist. Bei bekannten Belastungsgrenzen besprechen Sie die Stufen vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapie. Bei einer unbehandelten schweren Depression kommt zuerst die Behandlung; ein laufendes Renten- oder Anerkennungsverfahren ist ein Anlass, die Stufen vorher ärztlich zu besprechen. Mehr dazu in Folge 03x12.
Vorlage zum Ausdrucken, Liste und erste Stufe: https://www.deschge.de/downloads/zurueckholen-liste.pdf
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel. Die Idee steht in 03x09, die Übung in 03x10.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Was Vermeidung wirklich schützt. Eine Reihenfolge bauen. Klein anfangen. Wann aufhören, wann warten. Pacing und Annäherung. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/zurueck-in-bewegung/
Oct 13, 2026
13 min

Oct 6, 2026
Oct 6, 2026
13 min
Zwischen dem Satz, eine Empfindung sei ungefährlich, und der Erfahrung, dass sie es ist, liegt ein erheblicher Abstand. Diese Folge erklärt die Übung, mit der dieser Abstand geschlossen werden soll: die Aufmerksamkeit auf die schmerzende Stelle richten und dabei die Einordnung verändern.
Im Fokus stehen die drei Bestandteile der Haltung, in der geübt wird: neugieriges Beschreiben statt Kontrolle, die ausdrückliche Einordnung als ungefährlich, und eine Spur Beiläufigkeit. Keiner der drei trägt allein, auch die Beiläufigkeit nicht, so fehl am Platz sie zunächst wirkt.
Dazu die vier Verwechslungen, in die die Übung leicht kippt, ohne dass man es merkt: Sie ist keine Entspannungsübung, keine Ablenkung, kein Mittel gegen den Schmerz und kein positives Denken.
Und die Bedingung, ohne die aus der Übung ein Durchhalten gegen den Schmerz wird: An Tagen mit starkem Schmerz wird nicht geübt. Ein bekanntes Ziehen ist kein Abbruchgrund, solange es nicht stark wird. Bei einschießendem Schmerz, neuer Taubheit, Kraftlosigkeit in Arm oder Bein, Schwindel oder deutlich andersartigen Beschwerden brechen Sie ab und lassen es ärztlich abklären, bei Zeichen eines Notfalls über den Notruf 112. Auch bei starker Angst oder belastenden Erinnerungen hören Sie auf; wer unter Traumafolgen leidet, klärt vorher mit seinem Arzt oder Psychotherapeuten, ob die Übung passt.
In den Studien war die Übung Teil einer angeleiteten Behandlung; ob sie für sich allein wirkt, ist nicht untersucht. Wer in Behandlung ist und dort ein anderes Vorgehen vereinbart hat, spricht die Übung vorher dort an.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist. Für wen das Vorgehen nicht passt oder warten sollte, etwa bei einer unbehandelten schweren Depression oder während eines laufenden Renten- oder Anerkennungsverfahrens, ist Thema der Folge 03x12.
Wenn sich zunächst wenig verändert, ist das der Normalfall und kein Zeichen, dass Sie etwas falsch machen.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung folgt der Literatur.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel. Die Idee hinter dieser Übung steht in Folge 03x09.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Neugier, Sicherheit, Leichtigkeit. Was die Übung nicht ist. Wann nicht geübt wird. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/hinsehen-ohne-angst/
Oct 6, 2026
13 min

Sep 29, 2026
Kann man Schmerz neu einordnen?
Sep 29, 2026
Sep 29, 2026
13 min
Schmerzumbewertung, im englischen Original Pain Reprocessing Therapy, setzt an einer Stelle an, die leicht übersehen wird: an dem, was man aus einer Schmerzempfindung schließt. Wer lange Schmerzen hat, wird vorsichtig, und daraus kann ein Kreislauf aus Schmerz, Sorge und wachsender Empfindlichkeit werden.
Diese Folge erklärt die Idee dahinter. Die Empfindung wird nicht kleingeredet, sondern anders eingeordnet: nicht mehr automatisch als Zeichen, dass gerade Gewebe geschädigt wird, sondern als Meldung eines empfindlich gewordenen Nervensystems. Dazu gehören zwei Abgrenzungen: Das ist kein positives Denken, und es heißt nicht, der Schmerz sei psychisch.
Im Fokus steht der Blick auf die Daten: warum eine sehr große Zahl aus günstigen Bedingungen stammt, warum die kleinere aus dem faireren Vergleich kommt und warum die noch fehlende Vollpublikation genau dieser Untersuchung die Aussage begrenzt. Dazu die Wege, die in Deutschland verfügbar und gut untersucht sind: psychologische Schmerztherapie, meist als Verhaltenstherapie oder als Akzeptanz- und Commitment-Therapie (auch als App auf Rezept), achtsamkeitsbasierte Programme und bei starker Beeinträchtigung die multimodale Schmerztherapie.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist und die verstehen möchten, woran dieser Ansatz hängt.
Wenn der Ansatz nicht anschlägt, sagt das nichts über den Menschen und nichts darüber, ob ein anderer Weg trägt.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung der Datenlage folgt der Literatur.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Die Idee. Was dazu untersucht ist. Warum eine Erklärung allein nicht reicht. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/
Sep 29, 2026
13 min

Sep 22, 2026
Biopsychosozial: was belegt ist und was fehlt
Sep 22, 2026
Sep 22, 2026
11 min
Biopsychosozial ist eines der meistgesagten Wörter der Schmerzmedizin. Gemeint ist, dass an einem anhaltenden Schmerz Körper, Erleben und Lebensumstände zugleich beteiligt sind. Diese Folge fragt, was daran belegt ist und was in der Praxis daraus geworden ist.
Der Kern des Modells trägt: Schmerz lässt sich nicht am Gewebe ablesen, und wie jemand seinen Schmerz einordnet, ist einer von mehreren Faktoren, die den weiteren Verlauf beeinflussen. Auf diesem Rahmen bauen konkrete Behandlungen auf, die zu den am besten untersuchten des Fachs gehören. Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, psychologische Verfahren mit eigenständiger Wirkung, und eine Behandlung, die sich am vorab eingeschätzten Risiko orientiert.
Offen bleibt die Gewichtung. Das Modell benennt drei Ebenen, es sagt aber nicht, wann welche führt. Diese Lücke wird in der Praxis häufig mit dem gefüllt, was ohnehin getan wird, die soziale Ebene fällt dabei zuerst aus, und im ungünstigsten Fall wird aus einem fehlenden körperlichen Befund eine psychische Erklärung. Die Folge endet deshalb mit drei Fragen, mit denen Sie im Gespräch prüfen können, ob aus dem Etikett eine Entscheidung geworden ist.
Für alle, die den Begriff schon oft gehört haben, ohne dass er ihnen etwas gesagt hätte.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung angezeigt ist: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Kapitel dieser Folge: Was das Modell behauptet. Was daraus geworden ist. Wo es offen bleibt. Zusammenfassung und Ausblick.
Wenn Ihnen die Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Podcast gern.
Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/grundlagen/schmerzmodelle/
Sep 22, 2026
11 min

Herzlich willkommen zu "Dem-Schmerz-Gewachsen", dem Podcast rund um das Thema Schmerz!
Mein Name ist Robert Bonnemann, Facharzt für Anästhesie und spezielle Schmerztherapie.
In den folgenden Sendungen möchte ich mit Ihnen Tief in die Welt der Schmerzmedizin eintauchen.
Dabei werden wir nicht nur den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung beleuchten, sondern auch Beispiele und Erfahrungen aus der ambulanten und klinischen Patientenversorgung besprechen.

Weiterhin werden wir uns auch mit dem Einfluss des Lebensstils auf die Gesundheit, sowie alternativen Ansätzen wie der traditionellen chinesischen Medizin, naturheilkundlichen Verfahren und Osteopathie beschäftigen.
Die Grundlage des Podcasts wird dabei immer ein ganzheitliches Menschenbild sein, welches sowohl körperliche als auch seelische und soziale Aspekte von Schmerz und Gesundheit berücksichtigt.

Ein besseres Verständnis von Schmerzen und den ihren zugrunde-liegenden Mechanismen spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept einer erfolgreichen Schmerzbewältigung. Ich hoffe, mit diesem Podcast einen Beitrag dazu leisten zu können.
Egal, ob Sie selbst unter Schmerzen leiden, betroffene Angehörige haben, oder einfach nur mehr über effektive Schmerzbewältigung und einen gesunden Lebensstil erfahren möchten, dieser Podcast ist für Sie.

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